Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen der Metall- und Elektroindustrie


2018-02 Streik-Info6 Prozent Lohnerhöhung und 28 Stunden in der Woche, das sind die Forderungen der IG Metall in der Tarifrunde. Egal, was von der Seite der „Arbeitgeber“ jetzt erzählt wird, diese Forderung nach einer Steigerung der Löhne und Gehälter ist mehr als gerechtfertigt: die Wachstumsprognose der Wirtschaft ist für 2017 2,2 Prozent und für 2018 2 Prozent.

Die Umsatzrendite stieg in den Jahren 2015/2016 um jeweils 5,1 Prozent. Neben der Zielinflationsrate der EZB von 2 Prozent wird eine Produktivitätssteigerung von 1-1,5 Prozent erwartet. Geld wird also genug verdient, es wird Zeit, dass die, die produzieren, etwas davon abbekommen!

Immer mehr?

Der letzte Gewerkschaftstag der IG Metall hat beschlossen, das Thema Arbeitszeit auf allen Ebenen anzugehen: betrieblich, tariflich und gesetzlich. In einer großen Beschäftigtenbefragung wurde festgestellt, dass das Thema Arbeitszeit nicht nur ein wichtiges Thema für die Belegschaften ist, da die Flexibilisierung von Arbeitszeiten in fast allen Bereichen nur zu Ungunsten der Belegschaft umgesetzt wird. Zur Mehrarbeit sollen wir immer parat stehen, aber wenn jetzt moderate Forderungen nach Verkürzung der Arbeitszeit gestellt werden, wird von „bezahlter Freizeit“ gefaselt.

Bezahlte Freizeit

In 80 Prozent aller Betriebe wird regelmäßig oder gelegentlich am Wochenende gearbeitet. Die besonders belastenden Nacht- oder Wochenendschichten gibt es in 30 Prozent bzw. 17 Prozent der Betriebe. Darum wird in der Tarifrunde eine Wahloption aller Beschäftigten zur Reduzierung ihrer individuellen wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden gefordert. Dabei soll ein Rückkehrrecht zur vorherigen Arbeitszeit garantiert sein. Beschäftigte, die Kinder betreuen oder Angehörige pflegen und Beschäftigte in Schichtarbeit oder mit besonders belastenden Arbeitszeiten sollen bei Inanspruchnahme der Arbeitszeitreduzierung Zuschüsse in Höhe von 200 € im Monat bis ca. 750 € im Jahr vom Arbeitgeber erhalten. Das bedeutet zu mindestens einen Teil-Lohnausgleich.

Kurze Vollzeit

Mit der Forderung nach Arbeitszeitverkürzung versucht die IG Metall den Interessen ihrer Mitglieder und der Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie gerecht zu werden. Noch besser wäre eine kollektive Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Dies würde nicht nur die durch Digitalisierung der Arbeit bedrohten Arbeitsplätze sichern, die Gewinnsituation der Unternehmen lässt dies auch ohne weiteres zu.

Doch schon der Kampf um diese beiden Kernforderungen der IG Metall wird nicht einfach sein. Dazu braucht es den Zusammenhalt aller Beschäftigten in den Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie und eure Bereitschaft, auch durch Streiks für die Durchsetzung eurer Interessen zu kämpfen. Wir Kommunistinnen und Kommunisten stehen euch solidarisch zur Seite!

Das Streik-Info inklusive Statistiken gibt es zum runterladen hier oder gedruckt bei deiner DKP-Gruppe in Südbayern.

Übernommen von: DKP Südbayern