Gedenken an die Opfer des Faschismus in Poing

Gedenken in Poing, 27. April 2020

Gedenken in Poing, 27. April 2020

Gedenken in Poing, 27. April 2020

Mitglieder der DKP haben sich am 27. April im oberbayerischen Poing am Gedenken für die in der Gemeinde kurz vor Ende des Krieges von den Faschisten ermordeten KZ-Häftlinge beteiligt. Neben der Stadt Poing und der evangelischen Kirchengemeinde legten auch die Kommunisten eine Blumenschale an dem erst 2010 errichteten Mahnmal für die Opfer des Massakers von Poing nieder.

Am 25. April 1945 waren im Konzentrationslager Mühldorf, einem Außenlager des KZ Dachau, 3600 Häftlinge in einen Zug verladen, um sie vor den anrückenden Befreiern zu evakuieren. Der Transport kam jedoch nur langsam voran, Nach zwei Tagen erreichte der Zug Poing, nur 60 Kilometer vom Ausgangsort entfernt. Dort verbreitete sich unter den Wachmannschaften die Falschmeldung, dass der Krieg vorbei sei. Während die Wächter teilweise ihre Waffen wegwarfen und versuchten, sich in Sicherheit zu bringen, ergriffen auch viele Gefangene die Flucht. Einige konnten sich bei Bewohnern in der Umgebung bis zum tatsächlichen Kriegsende verstecken. Die SS jedoch machte zusammen mit einer Luftwaffeneinheit und Zivilisten aus dem Ort Jagd auf die entflohenen Gefangenen. Ergriffene Häftlinge wurden von den Soldaten mit Schüssen in den Zug zurückgetrieben. 50 wurden erschossen, mindestens 200 verletzt.